Sonntag, 13. März 2011

Woche 2

Unter der Woche kehrt so langsam der Alltag ein: Tagsüber Uni und Gruppenarbeiten, abends Ausspannen beim BBQ. Es stoßen zwar immer mal wieder neue Leute dazu, aber im Grunde hat sich bereits eine feste Gruppe etabliert, mit der ich viel unternehme.

Jeden Dienstag findet von 21 bis 24 Uhr eine Party im Uni-Pub statt, was sich ganz gut trifft, da ich bis 21 Uhr Vorlesung habe. Ja, bis 21 Uhr! Und das jeden Dienstag! Danach bin ich zwar nicht mehr fit genug, um mit den anderen in die Innenstadt weiter zu ziehen, aber zum Abschalten nach dem langen Tag ist es perfekt.

Das Wochenende war vom Erdbeben in Japan überschattet. Es ist umso beängstigender, da wir gar nicht mal so weit davon entfernt sind. Am Freitag war ich mit Freunden nach Surfer's Paradise (Goldcoast) gefahren, um einen Geburtstag zu feiern. Wir saßen am Strand, als die Tsunamiwarnung für Australien herausgegeben wurde. Zum Glück blieben wir verschont, aber an die Probleme in den Atomkraftwerken mag ich gar nicht denken. Abwarten, wie sich die Lage entwickelt...
Heute stand eigentlich North Stradbroke Island auf dem Plan, aber eine Sturmwarnung für die Küste machte einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen sind wir auf den Mount Coot-tha gewandert, der einen atemberaubenden Blick auf Brisbane bietet. Inklusive dem interessanten Schauspiel, das ca. 100 asiatische Schüler boten, die dort mit Bussen angeliefert wurden: strikt nach Jungen und Mädchen getrennt, mit allesamt dem gleichen Haarschnitt (egal, ob Junge oder Mädchen!) und in absolut lächerlichen Uniformen.
Der Aufstieg sollte auch nur eine halbe Stunde in Anspruch nehmen - vorausgesetzt, man weiß wo man lang laufen soll.
So hat sich unsere Wanderung über 1,5 Stunden gedehnt...herunter gings dann mit dem Bus;)
Hier war der Weg noch befestigt, später haben wir uns steile, überwucherte Hänge hochgekämpft - immer in Angst vor tödlichen Redbacks:D
Angeblich sollen dort auch Koalas in den Bäumen sitzen, aber die Spinnen haben unsere ganze Aufmerksamkeit gefordert.




Samstag, 5. März 2011

Die erste Uniwoche

Consumer Psychology, International Trade and Competition, Economics within Airlines und Principles of Management in Aviation - so die schönen Titel meiner Kurse.
In den ersten Stunden musste noch viel Administratives besprochen werden. Die eine Vorlesung war mehr, die andere weniger interessant - wie daheim auch.
Einzig Aviation Management sticht heraus: Gruppenarbeiten, Videos, aktuelle Beispiele ...und wer im Quiz am Ende der Vorlesung eine richtige Antwort gibt, bekommt Schokolade! Mir ist schon klar, dass wir damit der einfachsten Motivationsmethode der Welt aufsitzen, aber es wirkt;-)

Ich muss ja zugeben, dass ich im Vergleich zur EBS kaum an der Uni bin. Von daher kann ich euch auch besser von meiner vielen Freizeit berichten:
Mein Haus hat sich als beliebte Party-Location herauskristallisiert: Jeder will nach der Uni nur noch in den Pool, danach BBQ und die kühlere Abendluft genießen.

Läuft aber alles ruhig und gesittet ab, was man von der Hausparty am Freitag nicht sagen kann:
Die Gastgeber hatten die wunderbare Idee, ein "Open Event" auf Facebook zu posten
--> sollte man NICHT tun!
Die Party war schon gut, aber das Haus einfach zu klein für die Menge Feierwütiger und das Ganze wurde kurzerhand auf Straße und Garten erweitert - bis die Polizei mit Lautsprechern anrückte. Jedenfalls bin ich froh, dass ich am Samstag nicht dort aufräumen musste!

Ein tolles Erlebnis hatte ich auf dem Weg zur Party:
Claire (meine Mitbewohnerin) und ich waren falsch aus dem Bus ausgestiegen, eine junge Chinesin hat unser Gespräch gehört, wollte uns erst nur per Navi den Weg raussuchen und hat uns dann spontan zur Party gefahren. Als sie noch kein Auto hatte, sei sie auch immer froh gewesen, wenn jemand sie mitgenommen hätte und das möchte sie zurückgeben. So nett!

Kleine Erklärung zum Bild: Claire und ich waren in fast identischen rotpinken Regenjacken unterwegs und hatten die ungeteilte Aufmerksamkeit der ganzen Busstation. Irgendwann hat sich dann jemand ein Herz gefasst und gefragt, für was wir denn Werbung machen würden!:D

Am Samstag war das Amazing Race, ein von der Uni organisierter Wettbewerb, um andere Studenten und die Stadt kennen zu lernen. Im Team musste man Orte in ganz Brisbane besuchen, Gruppenfotos machen und zwischendurch noch viele kleine Aufgaben erledigen, fremde Leute anquatschen und sich peinlich machen:-) Mein Team hat das Treppchen zwar knapp verpasst, aber Spaß hats gemacht!
Abends noch gemütlicher Ausklang - wo wohl? - bei uns auf der Veranda und heute (Sonntag) musste ich dann tatsächlich mal was für die Uni tun.

Gleich bin ich noch zum BBQ verabredet...irgendwie muss ich ja die Trauer bekämpfen nicht mit euch Karneval feiern zu können;)

Alaaf, helau, take care und bis bald!

Eure Ann-Christin

Samstag, 26. Februar 2011

Byron Bay



Der Trip nach Byron Bay war unglaublich!!
Mal abgesehen von unserem straff organisierten "Experience Australia in 3 days"-Plan, war es die beste Möglichkeit andere Studenten kennen zu lernen.

Außerdem habe ich meine Liebe fürs Surfen entdeckt. Das Gefühl, wenn man es schafft auf dem Board zu stehen, ist einfach unbeschreiblich.
Der negative Aspekt: Ich konnte gestern jeden einzelnen Muskel spüren, ganz zu schweigen von den blauen Flecken und einer hübschen Schürfwunde am Knie;)

Aber ich sollte besser chronologisch anfangen:
Mit 120 Leuten ging es am Mittwochmorgen los. Zwischenstopp am Currumbin Wildlife Sanctuary: Koalas knuddeln, Kängurus füttern und vor aggressiven Emus flüchten.

Byron Bay ist ein alternatives Städtchen ca. 200 km südlich von Brisbane und sehr beliebt bei Surfern und Backpackern. Einer der wenigen Orte in Australien, an denen Drogen zwar illegal sind, aber von der Polizei geduldet werden. Das war auch bei unseren tour guides zu bemerken...

Der Leuchtturm von Cape Byron markiert den östlichsten Punkt Australiens und dort hinauf haben wir uns gleich am ersten Tag gekämpft. Der Ausblick war es auf jeden Fall wert!
Abends ging es zum Feiern in die Stadt. Und mit abends meine ich tatsächlich 19 Uhr. Während wir in Deutschland kaum vor Mitternacht losgehen, war ich hier an keinem Abend später als 1 im Hostel! (Clubs schließen gegen 2)
Da unser Hostel direkt am Strand lag, bot es sich aber an nachts noch eine Runde schwimmen zu gehen. Ich will ja niemanden neidisch machen, aber das Meer ist um die 25°C warm...

Am nächsten Morgen folgte das nächste Highlight: Bei unserer Kajaktour wurden wir von sechs Delphinen begleitet!

Kaum zu glauben, dass ich schon seit zwei Wochen hier bin.
Morgen geht die Uni los und ich bin gespannt, ob die Vorlesungen ebenso entspannt werden wie das Leben hier im Allgemeinen.
Dass wir per Mail informiert wurden, für die erste Vorlesung in International Trade schon zwei Kapitel vorzubereiten, lässt Böses erahnen;)

I'll keep you updated!

Sonntag, 13. Februar 2011

Die ersten Tage in Brisbane

Die ersten beiden Tage in Brisbane sind vorüber und ich versuche mal nüchtern zu berichten ohne gleich in Euphoriestürme auszubrechen. Nur so viel vorab: Es ist toll toll toll hier!!!

Aber lasst mich von vorne erzählen:
Am 10. Februar ging es in Münster los und über Frankfurt und Singapur nach Brisbane.
Trotz Stand-By Tickets haben die Flüge ganz wunderbar geklappt. Auf dem Flug nach Singapur hatte ich sogar die Ehre in einem Flieger mit Herrn Mayrhuber zu sitzen. Er allerdings in der First, ich nicht;)
Ich hatte ja nicht erwartet, im Flugzeug schlafen zu können, ging dann aber doch ganz gut und der Jetlag war nicht einmal ansatzweise zu spüren.

Die Einreise verlief nicht ganz problemlos. Wer schon mal hier war, wird sich an den Fragebogen erinnern: Wollen Sie tierische oder pflanzliche Produkte einführen? Haben Sie Drogen o. Ä. im Gepäck? etc.
Habe ich natürlich überall Nein angekreuzt...und als dann der Hund bei meinem Koffer anschlug wurde ich zur Seite geführt wie ein kleiner Verbrecher^^
Mein Mini-Bastkörbchen von IKEA ist ein pflanzliches Produkt, das vorgeführt werden muss. Daran hatte ich nun wirklich nicht gedacht!
Naja, nach einer kurzen Moralpredigt konnte ich wieder gehen, aber bin jetzt stolzer Besitzer eines "You have breached Australian Quarantine Law"-Zettels.

Meine Unterkunft hatte ich zum Glück schon von daheim organisiert, denn wie ich von anderen gehört habe, ist es zur Zeit nicht so einfach noch etwas Vernünftiges zu bekommen.
Das Haus ist der Wahnsinn und das beste sind meine Mitbewohner: Wir sind multinational (Australien, Kanada, USA, Tahiti, Deutschland) und auf einer Wellenlänge.
Dass das Haus einen Pool hat und ich die letzten Tage bei strahlendem Sonnenschein auf der Luftmatratze verbracht habe, möchte der ein oder andere bestimmt nicht hören?:D
Im Moment fühle ich mich jedenfalls wie im Paradies! Überall wachsen Palmen und exotische Blumen mit wunderschönen Blüten und statt Spatzen fliegen hier Kakadus und Schwärme von knallroten Papageien herum.

Nicht ganz so mein Fall sind allerdings die Riesenspinnen. Bin am ersten Tag gleich blindlings in ein Netz gerannt:)
Klingt wenig spektakulär, aber ich war leicht panisch. Die Fäden waren unerwartet stabil und klebrig...

Freue mich schon so auf den Uni-Trip nächste Woche. Dann gibts endlich auch Känguruhs und Koalas zu sehen.

Bis dahin schicke ich euch sonnige Grüße
Eure Ann-Christin